Das Konzept von Zeit und Trennung

Was würdest du machen, wenn dir das Konzept der Zeit nicht zur Verfügung stünde? Was, wenn du jetzt erkennen müsstest, dass du schon angekommen bist, scho&n all das bist, wonach du immer gesucht hast. Wie wäre es, schon angekommen zu sein? Würde dir ein wichtiges Element der Gewohnheit fehlen? Würdest du plötzlich merken, dass dir die Suche so selbstverständlich geworden ist, dass dein ganzes weiteres Weltbild – egal, worum es im Einzelnen eigentlich geht -, von dieser Vorstellung des ständigen Suchens und Verbesserns geprägt ist? Wenn du nicht nach vorne gehen müsstest, um zu erkennen, dass du schon ganz bist, was wäre dann für dich noch die Wahrheit, nach der du suchst? Alles andere aber, das du scheinbar tust, hilft dir lediglich, die Wahrheit zu vermeiden, ja, DAS zu sehen. Es vermeidet sich selber, du vermeidest dich und suchst woanders. Dabei bist du die ganze Zeit das Gesuchte. Doch auch das gehört zum Spiel. Was ist, wenn dein Konzept von Zeit und Veränderung nicht mehr gilt, weil du erkennen müsstest, das wirklich alles, was es gibt, bereits hier (wo bitte?) vor dir liegt, dass es wirklich nichts zu suchen gibt. Wie kann eigentlich die Wirklichkeit, die wir suchen, woanders sein, außer hier? Wie kann Gott, oder das absolute Sein, durch das du selber lebst, nicht schon immer Gott sein und sich in seiner wirklichen Essenz verändern oder verbessern müssen? Kann das wirklich sein? Wie können wir durch Suche das finden, was wir selber sind. Wer und was kann jemand sein, der auf der Suche ist, sich oder die Welt zu verbessern? Ist das nicht Arroganz dem Göttlichen gegenüber, wenn wir in den Wahn verfallen, Gott eines Besseren belehren zu wollen, indem wir ihm ins Handwerk pfuschen? Glauben wir wirklich, die Wahrheit ließe sich irgendwo hin bewegen oder auf eine „Höhere“ Ebene bewegen? Es gibt keine höheren Ebenen in der Realität. Es gibt die Erscheinungen von Ebenen, und das ist auch ok so. Es gehört zum Spiel dazu. Es ist einfach alles nur das göttliche Spiel. Und wir sind Spieler, Spiel und Gespieltes in einem. Nicht wir, als unser kleines Ego, als Person – die ist eine Illusion -, nein wir als das, was wir im Kern unseres Seins wirklich sind: das All-Umfassende Bewusstsein. Wir sind kein Teil im Bewusstsein, wir sind es vielmehr selber. Die Vorstellung oder die Erscheinung von Vielheit ist eine weitere Illusion, die uns die Trennung durch die übermäßige Identifikation mit einem Körper immer wieder als Wirklichkeit vorgaukelt und erleben lässt. Zu glauben, wir seien ein Körper, ist Leiden. Es gibt kein Leid, noch gibt es ein Ende von Leid, so sagte einst Buddha. Alles erscheint – vor und nach dem anscheinenden Erwachen – immer einfach weiter, wie es ist. Wo kein Leiden existiert, kann auch kein Leiden aufhören. Wo Leiden aufhört, kann auch Leiden beginnen. Das einzige Leiden, das existiert, ist das Leiden, zu glauben, wir seien getrennte Wesen. Trennung ist Illusion und wir existieren nicht als getrennte Wesen. Wir existieren auch nicht als ein (objektives) Wesen. Ein Wesen, das wir als Objekt betrachten, ist immer noch Trennung und es spielt dabei keine Rolle, ob wir uns als eins oder getrennt wahrnehmen. Tatsache: wir sind immer noch im Objektiven gefangen und müssen zwangsläufig entweder Trennung oder Einheit erzeugen. Beides sind Konzepte, die selber auf Trennung beruhen. Wo keine Trennung ist, braucht es auch keine Einheit. Alles ist einfach nur das, was ist und alles darüber gesagte, ist bereits das Konzept der Trennung.

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